Das Problem

Heutzutage sind Motorräder leistungsoptimierte High-Tech-Aggregate im Einheitsdesign, voll gestopft mit Elektronik und überladen mit häßlichen Kunststoffteilen. Sie sind übermotorisiert und provozieren rücksichtslose Fahrmanöver. An Stelle des puren Fahrgenusses treten Risikofreude und Rowdytum. Das zeigt sich schon daran, dass der Motorradgruß in Vergessenheit gerät. Inzwischen scheint es cool zu sein, diejenigen zu ignorieren, die verantwortlich fahren oder weniger PS unterm Hintern haben. 

 

Die Selbstverständlichkeit, mit der noch in den achtziger Jahren einzelne Maschinen und Marken unterschieden und an ihrer Silhouette und Motorcharakteristik erkannt werden konnten, ist dem Geschwindigkeitsrausch aufgeopfert worden. Die Diktatur des cw-Wertes lässt alle Motorräder gleich und unproportioniert aussehen. Power, Plastik und Elektronik ersetzen die klassische Stilistik, die einst den speziellen Reiz auratischer Marken wie Ducati, Morini, Norton oder Triumph ausmachte. Vergessen wurde, dass die Seele des Motorrads der Verbrennungsmotor ist und nicht der Bordcomputer. Die moderne Technik hat dazu geführt, dass Motorradfahrer ihre Maschinen inzwischen ebenso wenig kennen wie Autofahrer ihre mit Elektronik voll gestopften Blechkisten.